
״Shiatsu ist Berührung, die den Menschen
als Ganzes anspricht.״
- Shizuto Masunaga
Shiatsu bedeutet wörtlich «Fingerdruck» und ist eine aus Japan stammende körpertherapeutische Methode. In der Schweiz ist Shiatsu als Teil der KomplementärTherapie offiziell anerkannt und wird von vielen Krankenkassen über die Zusatzversicherung vergütet. In meiner Praxis für Shiatsu in Bern arbeite ich mit Zen Shiatsu nach Masunaga. Dieser Ansatz legt ein besonderes Augenmerk auf die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und seiner Beschwerden: Symptome werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Ausdruck eines gesamten körperlichen, psychischen und seelischen Geschehens – eingebettet in den individuellen Lebensweg und die persönliche Lebensführung. Die zugrunde liegende Philosophie ist stark von den Gesundheitsvorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geprägt.
Die Behandlung findet bekleidet auf einem Futon (traditionelle japanische Matte) am Boden statt. Dem Namen entsprechend arbeite ich mit den Fingern, setze aber auch Handflächen, Ellbogen oder Knie ein und sinke dabei achtsam in Körperstrukturen ein. In meiner Shiatsu-Praxis arbeite ich sowohl strukturell wie energetisch – unter anderem über die Meridiane. Dehnungen, sanfte Rotationen und Mobilisationen können Teil der Behandlung sein und unterstützen den freien Fluss der Körperenergie.
Während der Behandlung nehme ich den energetischen Zustand des Körpers wahr und spüre sowohl frei fliessende Bereiche als auch Zonen der Stagnation oder Fülle auf. Ziel ist es, die Selbstregulation anzuregen, sodass Heilungsprozesse aus der Person selbst heraus in Gang kommen können. Klient*innen sind eingeladen, aktiv Teil dieses Prozesses zu sein. Fragen zu den Wahrnehmungen während der Shiatsu-Behandlung können helfen, eigene Dynamiken und Muster besser zu erkennen und die Verbindung zu sich selbst zu vertiefen.
Durch die häufig sehr tiefe Regulation des Nervensystems, die in einer Shiatsu-Behandlung möglich wird, sowie durch die verfeinerte Selbstwahrnehmung von Körper und Sein, können nach Ansätzen der Salutogenese wertvolle Fähigkeiten der Selbstwirksamkeit entwickelt und gefestigt werden. Auch die gesunden, kraftvollen Anteile des Menschen erhalten einen wichtigen Platz. Sie dienen als Anker, um die eigenen Ressourcen zu stärken und die persönliche Genesungskompetenz aufzubauen. So wird auch die Resilienz – die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen – nachhaltig unterstützt.
Ich erlebe häufig, dass Shiatsu-Behandlungen als sehr angenehm, wohltuend und tief entspannend beschrieben werden. Viele Menschen empfinden die Zeit auf dem Futon als Raum ganz für sich selbst – als Einladung loszulassen und nach innen zu kehren. In den Rückmeldungen zeigt sich oft, dass Klient*innen danach mehr bei sich sind, sich verbundener und wertschätzender im Umgang mit sich selbst erleben und im Alltag besser spüren, was ihnen guttut.
In meine Shiatsu-Arbeit fliessen zudem osteopathische Grundtechniken ein, die am Kientalerhof, wo ich meine Ausbildung absolviert habe, integraler Bestandteil des Unterrichts sind.












